Die Einführung hat den Grundgedanken benannt. Nun geht es darum, welche Schritte zwischen einem bestehenden Potential und der vertrauten Welt liegen müssten. Die folgenden Bilder helfen beim Nachdenken; ihre Grenzen gehören jeweils zur Erklärung.
Was ein gemeinsamer Grund verändern würde
Ein Baum bleibt für uns ein Baum, auch wenn wir seine Abhängigkeiten genauer betrachten. Er wächst aus einem Samen, nimmt Wasser und Nährstoffe auf und steht im Austausch mit seiner Umgebung. Seine Eigenständigkeit ist wirklich; sie bedeutet jedoch keine vollständige Loslösung von dem, was ihn trägt.
Die UPF-Hypothese erweitert diesen Gedanken. Sie nimmt einen Grund an, aus dem alle Formen hervorgehen und dem sie weiterhin angehören. Dieser Grund soll selbst nicht entstanden sein. „Schon immer“ bezeichnet dabei keine unendlich lange Wartezeit vor dem Universum. Eine solche Zeit würde bereits jene Folge voraussetzen, deren Entstehung das Buch verstehen möchte.
Potential ist die angenommene Fähigkeit dieses Grundes, Unterschiede und Beziehungen auszubilden. Das lässt die Frage offen, welche Beschaffenheit dafür erforderlich wäre. Die Annahme gibt dem Gedankengang einen Ausgangspunkt; sie ersetzt die Untersuchung dieser Fähigkeit nicht.
Ein Unterschied muss Folgen haben können
Ein unmarkierter Kreis sieht nach einer Drehung gleich aus. Setzen wir einen Punkt auf seinen Rand, wird eine bestimmte Stelle erkennbar. Dieses Beispiel macht anschaulich, wie eine Gleichwertigkeit verschiedener Möglichkeiten und eine tatsächliche Unterscheidung zusammenhängen können. Schon der Kreis besitzt aber eine Gestalt. Symmetrie bedeutet deshalb nicht völlige Eigenschaftslosigkeit.
Im UPF soll der erste Unterschied aus dem Grund selbst hervorgehen. Es gibt in der Annahme eines allumfassenden Grundes keinen äußeren Stift, der die Markierung setzt. Das Buch verfolgt dafür die Idee eines Symmetriebruchs und fragt nach innerer Beschaffenheit und Selbstbezug.
Weshalb eine mögliche Differenz wirklich wird, bleibt die schwierige Stelle. Die bloße Existenz von Möglichkeiten erklärt ihre Verwirklichung noch nicht. Für weitere Weltbildung müsste der Unterschied außerdem Folgen haben: Er müsste verändern, welche anderen Formen möglich werden, welche Beziehungen sich festigen und was Bestand gewinnt.
Verschiedenheit wird zu einer Geschichte
Zwei verschiedenfarbige Steine auf einem Tisch sind unterscheidbar. Aus dieser Verschiedenheit allein erfahren wir nicht, welcher zuerst dort lag. Erst wenn Veränderungen und Spuren aufeinander bezogen werden können, lässt sich eine Folge beschreiben. Das Buch nutzt solche Alltagsbilder, um den Schritt von bloßem Unterschied zu Geschichte sichtbar zu machen.
Zeit beginnt im Entwurf mit einer geordneten Differenzfolge. Übergänge sollen zusammenhängen, sodass Vorher und Nachher überhaupt einen Sinn gewinnen. Daraus müsste erst noch hervorgehen, wie regelmäßige Wiederholung, messbare Dauer und eine Richtung der Entwicklung möglich werden.
Beim Raum wird ähnlich gefragt. Ein Netz von Bekanntschaften lässt sich zunächst durch Beziehungen beschreiben, ohne die Wohnorte in Metern anzugeben. Das erklärt keinen physikalischen Raum. Es zeigt aber, dass wir Abhängigkeiten denken können, bevor wir ihnen räumliche Abstände zuordnen. Aus einer geeigneten Feldordnung müssten dann gerade die messbaren räumlichen Verhältnisse hervorgehen.
Warum eine Form wiedererkennbar bleibt
Ein Wirbel kann eine Weile seine Gestalt bewahren, obwohl fortwährend anderes Wasser durch ihn hindurchströmt. Seine Beständigkeit liegt im Zusammenhang der Bewegung. Für den Feldgedanken öffnet das die Vorstellung, Materie als eine aufrechterhaltene Organisation zu verstehen.
Ein wirkliches Materieteilchen müsste allerdings bestimmte Eigenschaften besitzen. Das Bild eines Knotens oder Wirbels erklärt allein weder seine Masse noch seine Ladung oder sein Verhalten bei Wechselwirkungen. Der Übergang von einem allgemeinen Bild zu diesen bestimmten Eigenschaften ist eine eigene Aufgabe.
Mit dem Leben würden weitere Beziehungen hinzukommen: Eine Organisation erhält Bedingungen ihrer Fortsetzung. Beim Bewusstsein müsste schließlich erklärt werden, wie eine Welt für jemanden erscheint. Der gemeinsame Grund verbindet diese Fragen. Er macht ihre Unterschiede nicht überflüssig.
Verschiedene Formen bleiben verschieden
Das Buch verwendet für die unaufhebbare Zugehörigkeit zum Ganzen den Ausdruck „totale superpositionale Verschränkung“. Er soll innerhalb der Hypothese sagen, dass die Formen nicht zu völlig unabhängigen Wirklichkeiten werden. Seine Beziehung zu den präzisen Begriffen Superposition und Verschränkung in der Quantentheorie muss erst beschrieben werden.
Aus gemeinsamer Zugehörigkeit folgt deshalb noch keine beliebig schnelle Wirkung zwischen beliebigen Orten. Ebenso wenig bedeutet sie, dass alle bewussten Wesen dieselbe Perspektive teilen. Ein Stein ist kein Baum; die Erfahrung eines Menschen ist nicht ohne Weiteres die Erfahrung eines anderen. Gerade diese wirkliche Vielfalt soll innerhalb des Grundes verständlich werden.
An den besonderen Wirkungen weiterdenken
Eine ausgearbeitete Hypothese müsste sagen können, welche Beobachtungen aus ihren Annahmen zu erwarten sind. Der Name des Grundes genügt dafür nicht. Bestimmte Feldzustände müssten mit bestimmten messbaren Verhältnissen verbunden werden, sodass auch ein unerwartetes oder ausbleibendes Ergebnis Folgen für die Erklärung hätte.
Als nächster Schritt eignet sich die Gravitation besonders gut. Hier treffen beständige Materieformen, räumliche Beziehungen und Zeitvergleiche aufeinander. Der folgende Text beginnt mit dem freien Fall und verfolgt, welche Bedeutung eine gemeinsame Grundlage in diesem konkreten Fall erhalten könnte.